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Umsonstökonomie im Hier und Jetzt – wenigstens ein bisschen

16. Juli 2011

„Scheisse, das kann ich mir nicht leisten.“ – Privateigentum und Tauschwert hindern viele Menschen daran, Zugang zu Ressourcen¹ vieler Art zu erlangen. Man erhält nichts, wenn man keinen entsprechenden „Gegenwert“ bietet und bereit ist zu tauschen. Wenn du also nicht ausreichend Geld aufbringen kannst, um den verlangten Preis für beispielsweise eine Bohrmaschine zu bezahlen, wirst du in den meisten Fällen einfach kein Loch bohren können.

…und dabei gibt es mit Sicherheit viele Leute in der Stadt, in der du lebst, die eine Bohrmaschine zuhause liegen haben und sie die meiste Zeit des Jahres nicht benutzen…

Verfügbarkeit von Ressourcen aufzeigen!
Du brauchst eine Bohrmaschine. Du hast kein Geld oder willst keins ausgeben. Du hälst es für sinnlos, dass für jede*n Menschen, der eine Bohrmaschine braucht, eine neue aus den begrenzten Rohstoffen, die dieser Planet bietet, produziert wird. Und dann liegen die Geräte sowieso nur ungenutzt in Schubladen herum.
Du kannst natürlich in deinem Umfeld, deine Freund*innen oder Nachbar*innen, fragen, ob dir jemand eine Bohrmaschine leihen kann und möchte. Häufig wird diese Suche erfolgreich sein, aber ein bisschen Zeit kostet das natürlich schon, und vielleicht ist die Bohrmaschine auch nicht die letzte Ressource, nach der du auf der Suche sein wirst. Und jede*r in einer ähnlichen Situation wie du muss in vielen Fällen ebenso zeitintensiv herumfragen.
Vielleicht denkst du, dass es angenehmer wäre, wenn es dafür eine Plattform, ja vielleicht sogar eine Internetseite mit Suchfunktion, gäbe. Eine wo jede*r öffentlich machen könnte, was sie*er bereit ist zu verleihen oder zu verschenken, und wo man nach Ressourcen fragen kann, die man gerade braucht. Eine Plattform, wo nicht der Tausch im Mittelpunkt steht, sondern wo es einfach möglich ist Ressourcen zur Verfügung gestellt zu bekommen, ohne dafür eine Gegenleistung bringen zu müssen. Genau so etwas gibt es.

Ressourcen gemeinsam nutzen!
Eine Plattform dieser Art ist online unter http://whopools.net erreichbar. Dort kannst du dich in bestehende Nutzer*innengemeinschaften (sogenannte „Pools“) einklinken oder neue gründen.
Was es dort so gibt? Das hängt auch von dir ab! Zum Beispiel Bücher und DVDs, Schlafplätze, Bahntickets, Werkzeug, handwerkliche Fähigkeiten, Autos, Veranstaltungsräume, Zeit zum Schachspielen. Und anderes.
Die Ressourcen sind verfügbar in den Ressourcenpools. Es gibt private und öffentliche Pools. Diese können bestehen aus Freundeskreisen, Nachbar*innen oder auch Leuten mit gleichen Interessen. Möglich sind etwa dezentrale Videotheken und Büchereien, Kiezpools, oder sogar Produktionsgemeinschaften (Filmemacher*innen, Musiker*innen,…).

Diese Nutzer*innengemeinschaft stellen eine Möglichkeit dar, das eigene Leben zumindest ein kleines Stück weit aus der kapitalistischen Verwertungslogik herauszuziehen. Versuch’s doch auch mal – für eine emanzipatorische Transformation der Verhältnisse.

¹Mit Ressourcen sind sowohl materielle (z.B. Bücher) als auch nicht-materielle Güter (z.B. Helfen beim Umzug) gemeint.
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